1. Anonyme Bewerbungen (Kandiat-->Unternehmen)
2. Anonyme Direkt-Angebote auf Anzeigen (Personaldienstleister-->Unternehmen/Personaldienstleister)
3. Anonyme Stellenausschreibungen (Unternehmen-->Kandidat/Personaldienstleister)
Warum anonyme Bewerbungen?
Anonyme Bewerbungen sind in Deutschland erst seit kurzem ein Thema. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes führt derzeit ein freiwilliges Pilotprojekt zu diesem Thema durch. In den USA ist das Verfahren seit den 60er Jahren die herrschende Vorgehensweise. Sehr positive Erfahrungen wurden bereits in Frankreich, Schweden und der Schweiz im Rahmen der "gesichtslosen Bewerbung" gemacht.Der Erfolg in den genannten Ländern hat einen gutem Grund, denn der Einsatz von anonymen Bewerbungen bedient zwei grundsätzliche Leitmotive von Menschen und somit auch von Kandidaten:
1. Gerechtigkeit als Leitmotiv: Wegfall von Diskriminierung bzw. Schaffung von Chancengleichheit
2. Vorsicht als Leitmotiv: Offenbarung der Persönlichkeit/Identität erfolgt erst im Falle eines echten Interesses, also im Fall einer Einladung zu einem Gespräch
Es werden also hier Zielgruppen angesprochen und gleichsam zwei Rekrutierungswege eröffnet, bei denen diese Motive besonders ausgeprägt und/oder besonders relevant sind. Dies ist gut nachzuvollziehen, geht es im Bewerbungsprozess in diesem jungen Stadium doch stets um ein Höchstmaß an Diskretion und um den Anspruch auf Chancengleichheit.
Dem entsprechend bietet ARBEITSKNOTEN.de zwei Formen der anonymen Bewerbung:
Geht es in erster Linie um eine Erschwerung von Diskriminierung, so fallen neben dem Namen und den Kontaktdaten auch das Geschlecht, Alter, Familienstand, Einschränkungen, Nationalität und Religion sowie das persönliche Bild ersatzlos weg. Eine Diskriminierung in der Auswahl wird auf diese Weise massiv erschwert. Objektivität und Fakten werden zum Maßstab der Personalauswahl.
Geht es in erster Linie darum, einen vorsichtigen ersten Kontakt herzustellen, so kann die Anonymisierung in beliebigen Stufen (nach Bedarf) gestaltet werden. Auf jeden Fall aber fällt der Name und die direkte Kontaktmöglichkeit weg.
Was unterscheidet anonyme Bewerbungen von anderen Bewerbungen?
Anonyme Bewerbungen, die zum Zweck der Einschränkung in der Diskriminierung erstellt werden haben folgende Unterscheidungsmerkmale:1. Wegfall des gesamten ersten Blocks mit Namen, Adresse, Geburtsdaten etc.
2. Wegfall des Bewerbungsfotos
3. Berufsbezeichnungen sind geschlechtsneutral formuliert
4. Schwärzung entsprechender Daten in Zeugniskopien und anderen Anlagen
Anonyme Bewerbungen bieten folgende Vorteile:
1. Fokussierung auf Fakten in der Bewerbung, Wegfall von Vorurteilen
2. Konzentration auf fachliche und persönliche Eignung
3. Recherche im Internet nach dem Bewerber kann nicht mehr vorgenommen werden
Weiterführende Links zum Thema anonyme Bewerbungen
"Unternehmen testen anonyme Bewerbungen"Artikel der "Zeit-Online" vom 25.8.2010
"Der anonyme Bewerber kommt an"
Artikel "Tagesspiegel" vom 16.6.2010
"Anonyme Bewerbung - ein Modell mit Zukunft? "
Artikel "Die Karriereleiter"
"ANONYME BEWERBUNGEN: Warum es einen Test wert ist "
Artikelsammlung "Personalmagazin" (11/2010)
